Freestyle-König zurück im Revier

"Jugend im Dialog"-Party mit Reen

Endlich ist der Rap-Pionier Reen wieder live in Braunschweig zu erleben. Der Braunschweiger Jugendring hat den Ex-Weststädter für das Abschlusskonzert von "Jugend im Dialog" engagiert.

Zurück mit dem Mikrofon in der Hand / Galant, wortgewandt und mit viel Verstand / Interessant, auf dem neuesten Stand, nicht bekannt / Mein eigener Style, den ich selbst erfand. So rappte 1992 der 16-jährige Braunschweiger MC René auf dem zweiten deutschen Hip-Hop-Sampler "That’s Real Underground". Seitdem hat sich viel getan. René heißt jetzt Reen, ist in die weite Welt hinausgezogen und hat vom Fließbandarbeiter bis zum Viva-Moderator Höhen und Tiefen einer Popstar-Karriere durchlebt. Was Bestand hat, ist sein Ruf als einer der besten deutschen Freestyle-Rapper.

Wenn also Reen nach längerer Abstinenz wieder im Jolly Joker auftritt, dann wird auch ein Stück Braunschweiger Hip-Hop-Geschichte lebendig. Am 12. Mai kann der Rapper beweisen, dass er seine Wurzeln nicht vergessen hat. Wie auf seinem aktuellen Album, auf dem Reen seinem "wahren Revier" ein sprechgesangliches Denkmal errichtet: Weststadt / Wo jeder Zweite wegen Kohle Stress hat / Weststadt / Vom Normalo bis zum Penner / 70 Prozent Sozialhilfe-Empfänger. Eine Braunschweiger Ghetto-Vergangenheit? "Mit Ghetto hat das nichts zu tun", erklärt Reen seiner Online-Community reenworld.com. "Die Weststadt ist alles andere als das. Aber eben auch ein sozialer Brennpunkt. Das Ghetto ist in den Köpfen der Leute."

Von solch negativen Gedanken können sich junge Braunschweiger auf der dreitägigen Veranstaltungsreihe "Jugend im Dialog" befreien. Vom 10. bis 12. Mai stehen Workshops von Filmdreh bis Qi-Gong auf dem Programm. Ganz nach Reens Motto: Gehe raus und zeige, wer du bist / Nutze den Tag, bevor er zu Ende ist.

© 2006 Dennis Maciuszek (info at storyautor.de)